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"Zwei Wesen des zerstörten Planeten Krypton brachten im Finale von „Man Of Steel“ Zerstörung auf die Erde: Die Kontrahenten Superman (Henry Cavill) und General Zod (Michael Shannon). Der böse Zod wurde geschlagen und der Mann aus Stahl wird fortan entweder als Gott verehrt oder – ob seiner Macht – als Bedrohung für die Menschheit verdammt. Bruce Wayne alias Batman (Ben Affleck) hat sich klar auf die Seite derjenigen geschlagen, die Superman gebändigt wissen wollen. Der dunkle Ritter sorgt – moralisch unterstützt von Butler Alfred (Jeremy Irons) – für Ordnung in Gotham City und ist von den tödlichen Auswirkungen des Gigantenkampfes in der Nachbarstadt Metropolis auch persönlich betroffen. Er stellt sich gegen seinen rot bemäntelten Kollegen, verbal und mit Körpereinsatz. Doch während Bat- und Superman aufeinander fokussiert sind, taucht eine neue Bedrohung auf, die beide zusammenschweißen könnte und an der das junge Unternehmer-Genie Lex Luthor (Jesse Eisenberg) alles andere als unschuldig ist. Zeit, dass sich die Mitglieder der Heldengruppe Justice League formieren…"

Bewertung: 6.77 / 10


Wie fühlt sich der Film an?

Der Regisseur stand hier vor der Aufgabe, erstmals Batman und Superman (die beliebtesten Charaktere im DC-Universum) aufeinander treffen zu lassen; und zudem den Grundstein für kommende DC-Helden-Filme zu legen.
Nebenbei musste er in die Fußstapfen von Christopher Nolan's vielgelobter "Dark Knight"-Reihe treten und versuchen, die Kritikpunkte am Vorgänger "Man of Steel" auszumerzen...

Herausgekommen ist ein guter Film - das gleich vorab! Die erschreckend niedrigen Kritiken sind für mich nicht nachvollziehbar.
Es wurden jedoch handwerkliche Schnitzer begangen, die aus einem guten einen sehr guten Film gemacht hätten.

Trotz seiner monumentalen Thematik (wie würden Menschen auf die Ankunft ein gottgleichen Wesens reagieren) und ebenso großen Laufzeit (2Std, 40 Minuten) zeigt er an vielen Stellen die falschen Szenen zu lang, so das das große Ganze aus den Augen verloren wird.
Im Gegenzug erleben wir eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht - in erster Linie optisch, aber auch vom Sound und Filmmusik getragen wird hier eine Welt aufgebaut, die Lust auf mehr macht.

Aber der Reihe nach..

Wie schafft das der Film?

Der Übersichtlichkeit halber, und um dem Umfang dieses Films gerecht zu werden, folgt hier die klassische Pro/Contra Liste...

PRO:
  • Batman: Ben Affleck gelingt hier eine genau so unerwartet positive Überraschung seiner Darstellung des (älteren) dunklen Ritters, wie damals Heath Ledger und seine Joker-Interpretation. Es wird schnell klar, dass dieser Batman ein älterer, leidgeprüfter Mann ist, der viele Verluste in seinem Umfeld durchmachen musste. Dies hat ihn sowohl vom Kampfstil, als auch Methoden, vor allem aber dem angsteinflössenden Symbol, dass er vom Comic her ist, verändert.
    Noch beeindruckender stellt er Bruce Wayne dar, diese Version könnte direkt aus einem Comic kommen - souverän, intelligent, charismatisch mit dezenter aber aussagekräftiger Mimik.
    Man kann es nicht deutlich genug sagen: die Vorfreude auf den Solo-Batman Film ist gewaltig gestiegen!
    Auf der Gegenseite fehlte mir ein entscheidender Punkt, auf den ich mich gefreut habe: Batman ist dafür bekannt, jede Situation bestehen zu können, weil er sich entsprechend gut darauf vorbereitet - "Prep Time". Die Vorbereitungen auf den Kampf gegen Superman reduzieren sich jedoch leider auf reines Krafttraining und ein bisschen Herstellung der entsprechenden Waffen/Gadgets.
    Ein paar Szenen (vorzugsweise mit Alfred, der hervorragend von Jeremy Irons dargestelllt wird, in denen geplant wird, welche Situationen enstehen können. Oder auch wie die Rüstung hergestellt wird..)
  • Kampfszenen: deutlich besser zu folgen, sind sie das Wuchtigste, was im Comicfilmgenre derzeit zu finden ist. Wie oben bereits erwähnt sind das die Batman-Solokampfszenen, aber auch der titelgebende Kampf gegen Superman ist ein packendes Segment.
    Sicherlich gäbe es für Superman tausendfache Möglichkeiten, diesenn Kampf zu seinen Gunsten zu beenden (zB Batman in den Weltraum fliegen), aber die Umstände (s.u. "Story") und Batmans Vorbereitung lenken den Kampf wie er es haben will. Toll geschnitten, vertont, mit Musik untermalt! 
  • World Building: die ersten 15 Minuten (der Kampf Superman-Zod aus Bruce Wayne's Perspektive) lassen einen bekannten Vorfall aus neuer Perspektive erscheinen - aber genau dieser Blickwinkel zeigt auf, wieviel Material in diesem Szenario steckt! Die Implikationen und Auswirkungen bieten viel Potential für viel Storytiefe und weitere Filme - hier wurde gute Arbeit geleistet!
  • Soundtrack - Hans Zimmer hat sich mit Junkie XL zusammen getan und heraus gekommen ist eine beeindruckende Musikkulisse. Diese wird zwar sehr oft vordergründig eingesetzt und weniger begleitend, aber gerade die wuchtigen Drums und schnellen Stücke passen perfekt auf manche Szenen - u.a. verfügbar auf Spotify - reinhören!
  • Special Effects - glasklare Bilder und hervorragende Effekte sorgen dafür, dass man in diese Welt direkt reingezogen wird - wie bereits erwähnt insbesondere bei den Kämpfen, Darstellung von Gotham und Metropolis, Wetter/Licht usw.
    Der aus den Trailern bekannte Endgegner stellt hier leider eine Ausnahme dar, hier nehme ich für keine Sekunde ein organisches Wesen ab. Das 3D unterstützt den Film, ist aber nicht nötig für die Immersion.
  • Wonder Woman - souverän gespielt, wenn auch hektisch ins Geschehen eingebunden. Aber ihr Einzelfilm ist bereits sogar abgedreht!
CONTRA

  • Story - trotz der Laufzeit entwickeln sich Charaktere nur kaum bis gar nicht. Viele Anspielungen/Szenen auf andere "Helden" (Meta-Humans) wirken komplett deplatziert. Selbst mir als interessierten Menschen blieben manche Cameos und Szenen unerklärlich (Stichwort Batception). Die Motivation ist im Nachhinein nicht bei allen Charakteren klar, manche Handlungen sind nicht durchdacht oder im Kontext unlogisch. Die Motivation für den Kampf gegen Superman ist eigentlich nur für Batman nachvollziehbar - die Teilnahme Supermans wirkt konstruiert und erzwungen (Hilft aber im Kontext des Kampfs).

    Es mussten die Teaser für die kommenden Superheldenfilme natürlich vorkommen, dies jedoch geht an die Schmerzgrenze (Stichwort: Email). Superman bleibt blass, Lex Luthor ist overacted. 
    Das Militär / der Präsident trifft eine so kitschige Entsscheidung, das hätte selbst Roland Emmerich besser hinbekommen.
    (zu) Viele Nebenhandlungen werden eröffnet, ohne sie zum Abschluss zu bringen.

    Aus diesem Film hätten für sich genommen 3 gute Einzelfilme gemacht werden können.
    Als größten Aufreger habe ich für mich Lois Lane ausgemacht - weder die Romanze mit Clark Kent, noch ihre Anwesenheit an verschiedenen Orten in der Handlung ist logisch.
    Das wird am Ende, im finalen Kampf, auf die Spitze getrieben - hier begeht sie eine völlig unerklärliche Tat (Stichwort: Speer); was dann wiederum dafür sorgt, dass der Endfight nahezu komplett an Tempo verliert und ein Ende forciert, was von den Schreibern unbedingt so gewollt worden ist. 
  • Schnitt: schnell, zuviele Blenden, kein gutes Timing. Es hat mich zwar nie aus dem Film rausgeholt, aber einige Entscheidungen sind fragwürdig. 
  • Endgegner: wie oben erwähnt ist die gesamte Entstehung völlig unlogisch und hätte im Fall eines negativen Ausgangs für unsere Helden auch für Lex Luthor ein nicht zu lösendes Problem dargestellt.

Fazit:
Schaut ihn euch an - es ist ein guter Film! Mit 30 Minuten weniger Laufzeit wäre es noch knackiger geworden, viel Potential wurde verschenkt. Aber die Schauwerte und solide Action machen Lust auf mehr!

Was sagt ihr zu dem Film?


"Wade Wilson (Ryan Reynolds) ist ein Söldner, der seine Freizeit am liebsten im Puff verbringt. Als er von seiner Krebserkrankung erfährt, unterzieht er sich einem riskanten Experiment im Labor des skrupellosen Ajax (Ed Skrein). Danach hat er Selbstheilungskräfte, sieht aber hässlich aus – so will er seiner Freundin, der Prostituierten Vanessa Carlisle (Morena Baccarin), nicht mehr vor die Augen treten. Also schlüpft Wade in einen rot-schwarzen Anzug mit Maske und versucht als Deadpool, Ajax auszuschalten. Allerdings geht Deadpool dabei anders vor als andere Menschen mit Superkräften. Die offensichtlichsten Unterschiede sind sein pechschwarzer Humor, sein bissiges Mundwerk und seine Angewohnheit, sich direkt ans Filmpublikum zu wenden. Außerdem ist Freundin Vanessa keine passive Prinzessin, die auf Rettung wartet, sondern rettet sich wenn nötig ganz gut selber – ähnlich wie Deadpools Kumpanin Negasonic Teenage Warhead (Brianna Hildebrand), eine junge Frau mit explosiven Fähigkeiten…"

Bewertung: 7.5 / 10


Wie fühlt sich der Film an?

Die Zielgruppe, die der Film anspricht, wird bestens unterhalten! Vom ersten Moment an wird gezeigt, dass er anders ist - insbesondere bezogen auf die Meta-Ebene.
Deadpool als Comiccharakter zeichnete immer schon aus, dass ihm bewußt ist, dass er in einem Comic lebt. 

Entsprechend feuert der Film in schnellem Tempo immer wieder diesbezügliche Witze ab; die auch in der deutschen Synchronisation sehr oft und sehr gut zünden!

Alle, denen der Humor in Filmen wie "Nackte Kanone" und "Hot Shots" sowie ggf. noch "Team America" zusagt, wird hier einen sehr unterhaltsamen Kinoabend erleben! Der Unterschied, klar, ist natürlich die hochwertigere Produktion (der man das für das Genre geringe Budget von 44 Mio. Dollar nicht ansieht) und die aktuelleren Themen, die hier referenziert werden.

Der Film ist ein klassischer Origin-Film, der also die Ursprünge des "Helden" zeigt - und hier auch seine einzige dramaturgische Schwäche hat: passagenweise nimmt er sich doch zu viel Zeit für für das Betonen einzelner Rückblenden. Im Gegenzug werden manche Aspekte gar nicht beleuchtet, wie zB. das Erlernen der Kampfskills.

Der Regisseur schafft einen locker-leichten, flott ablaufenden, humorvollen Film, der insbesondere Comicfans und Nerds, aber eigentlich allen, die popkulturell in den 80er und 90ern aufgewachsen sind, anspricht.

Eine klare Empfehlung, ein typischer Popcorn- Freitag/Samstag-Abend-Film, um danach gut gelaunt in die Partynacht zu gehen.


Wie schafft das der Film?

Mit Beginn des Films und ganz eigenwilligen (schonungslos ehrlichen) Credits sagt der Film: nimm mich nicht ernst!
Das tut gut, es ist erfrischend, und die Bandbreite der Gags macht weder vor den verwirrenden Comicverfilmungs-Timelines, noch Studio-Budgetbegrenzungen oder 90er-Filmreferenzen halt.
So entstehen viele zitatwürdige Momente, die bei Besprechungen mit Gleichgesinnten wieder zu viel schmunzeln führen werden!

Dieses Ganze wird visuell durch heftige Gewaltdarstellung (definitiv nichts für Kids!) untermalt, fast schon zelebriert - was aber dem Charakter entspricht. Ebenso sind die sexuell-erotischen Gesprächsthemen bzw. Witze sehr derb und schonungslos direkt.
Filmklischees sollen durch das Brechen der "4. Wand" (es wird direkt mit dem Zuschauer gesprochen) umgangen werden -- leider schafft es der Film nicht, das Element der "Damsel in Distress" auszuschalten.
Die Love Interest in dem Film hat wenig zu tun und auch wenig zur Handlung beizutragen.

Handwerklich gibt es nichts zu meckern - eine tolle Songauswahl, klare, kräftige Bilder und ein Hauptdarsteller, bei dem man jeden Moment merkt, dass er seit 2005 um diesen Film kämpft und ein echter Fan ist.

Fazit:
Es ist keine Offenbarung, kein neues Meisterwerk oder lebensverändernder Film. Es ist Spaß für Erwachsene, das weiß der Film - das lebt der Film!

Was sagt ihr zu dem Film?
Bewertung: 7 / 10


"Mehr als drei Jahrzehnte nach „Star Wars 6 – Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ wurde das Imperium durch die „Erste Ordnung“ abgelöst, eine ebenfalls diktatorische Organisation mit anderem Namen, die Krieg gegen den Widerstand führt. Von großer Politik aber weiß Rey (Daisy Ridley) auf dem Wüstenplaneten Jakku zunächst nicht viel. Die junge Frau verbringt ihre Tage damit, die karge Landschaft nach Schrott abzusuchen, den sie danach verkauft. Sie ist allein, wartet auf ihre Familie – bis sie die Bekanntschaft von Finn (John Boyega) macht, einem ehemaligen Sturmtruppler, den die Untaten der Ersten Ordnung abgeschreckt haben. Er hat nach einer besonders brutalen Invasion Fahnenflucht begangen und dabei gleich noch dem Widerstand geholfen, durch die Befreiung des gefangenen Piloten Poe Dameron (Oscar Isaac). Finn, Poe und mit ihnen auch Rey geraten ins Visier des sinisteren Kylo Ren (Adam Driver), der dem machtvollen Strippenzieher Supreme Leader Snoke (Andy Serkis) dient und die Mission vollenden will, die Darth Vader einst begann. Eine Flucht nimmt ihren Lauf, die das Helden-Trio mitten in den Kampf zwischen Erster Ordnung und Widerstand bringt, Seite an Seite mit den legendären Rebellenhelden Han Solo (Harrison Ford) und Generalin Leia (Carrie Fisher)… "




Wie fühlt sich der Film an?
Für alle, die mit Star Wars etwas anfangen können, ist das Gefühl, endlich wieder "Es war einmal..", den ikonischen Markenschriftzug und John Williams Soundtrack zu hören, fast schon unwirklich. Das heimelige Gefühl setzt sich fort, die StarWars Atmosphäre wird fast perfekt wiederbelebt.
Wie im Rausch reißen uns die Bilder, das Tempo, die Anspielungen auf vergangene Teile in ihren Bann.

Mit ein paar Tagen Abstand jedoch, verblasst diese Erinnerung und es bleibt die Frage: könnte dieser Film auf eigenen Füßen stehen? 

Leider nein - im Gegensatz zu den alten Teilen 4-6 bleibt hier kein popkulturell bleibender Eindruck, kein zitatwürdiger Dialog.
Es ist wie eine Achterbahnfahrt: die lange Wartezeit, die Trailer und das Internet waren bis zum Start wie das Hochziehen der Wagen - es folgt die rasante Abfahrt, Loopings, Auf und ab, Tempo - und es macht Spaß - nach dem Aussteigen/Filmende wird noch kurz darüber geredet und man schaut freudig zur nächsten Attraktion: die Ablegerfilme, die nächste Episode. 


Man bekommt fantastische Bilder mit viel Nostalgie, in einem Film, der genau weiß, auf welchen Schultern er stehen muss, und dadurch zu "self-aware" daherkommt. Es wirkt auch nach, dass John Williams Soundtrack den Film nicht mehr so tragen kann, wie er das früher geschafft hat; und einige CGI-Effekte leider nicht gut genug für diese Art von Produktion ist.

Kurzum: eine ordentliche Dosis Nostalgie, mit aktuellen Produktions/Schauwert - ohne den erinnerungswürdigen Faktor eines Weltraum-EPOS.

Wie schafft das der Film?
Der immense Druck, der auf jedem gelastet hätte, der die Aufgabe bekommen hätte, einen neuen Star Wars zu drehen, ist verständlich. In Anbetracht der gehassten Prequel Trilogie, welche soviele neue, teils abstruse Dinge in das Universum gebracht hat, ist auch der Drang verständlich, auf Bekanntes zu bauen.
Dies äußert sich in diesem Film durch eine Vielzahl an Parallelen zu der Originaltrilogie; begonnen vom Protagonisten auf einem Wüstenplanet bis hin zu einem neuen, (größerem!) Todesstern/planet.


 Wieder der Effekt: nach ein paar Tagen stellen sich Fragen, die das Erlebnis nachträglich schmälern. 
Da das Imperium in Teil 6 vernichtet, oder zumindest entscheidend geschwächt wurde, muss eine "aus den Resten" entstandene neue Organisation für die Analogie herhalten. Woher hat diese die Ressourcen? Warum bindet sie diese an einer einzigen großen Waffe, statt effektiv aufzuteilen?

Wir folgen Rey, einer Schrottsammlerin auf Jakku, welche sich mit dem desertierten Stormtrooper Finn zusammentut, um auf der Flucht auf Han Solo zu treffen. Dieser erklärt Ihnen die Zusammenhänge der Macht,Jedi ("all of it") usw., um schließlich gemeinsam mit dem Widerstand die neue Superwaffe in einer gefährlichen Mission zu zerstören...

All diese Plotpunkte führen uns zu verschiedenen Locations, sämtlich Kopien oder Anlehnungen an bereits bekannte Welten dieses Universums. 

Nimmt sich der Film zu Beginn noch Zeit, uns Rey vorzustellen, driftet er ab dem Moment des Wiedersehens mit Han Solo kurz total ab (unvermeidliche Erinnerung an Men In Black). 

Ebenso der Antagonist (Kylo Ren): als Darth-Vader Jünger eingeführt; kann er zwar hervorragend schauspielern; jedoch kommt keine Nachvollziehbarkeit dazu.
Darth Vader hat seine Mutter verloren, seine Freunde, hat Jedi-Jünglinge getötet, war Sklave, hat mit seinem Mentor gebrochen, wurde fast vollständig verbrannt und benötigt seinen Anzug zur Lebenserhaltung.
Kylo Ren hat nichts dergleichen mitgemacht, und es fehlt daher entweder das Mysterium; oder aber das Verständnis.

In dem Zusammenhang ist die neue Superwaffe wieder das Ziel eines Angriffs des Widerstands; allerdings wie herunter skaliert. Die große Bedrohung will einfach nicht überspringen. 

Versteht es nicht falsch: der Film macht Spaß, der Humor sitzt, die Technik ist fantastisch.
Am Ende bleibt jedoch der Eindruck eines Fanfilms, der weniger als für mich gewünscht, die Geschichte fortführt. 



Was sagt ihr zu dem Film?


Bewertung: 9 / 10


"Die Grenze zwischen Mexiko und dem US-amerikanischen Bundesstaat Arizona ist schon seit Jahren vom Drogenkrieg geprägt. Die junge FBI-Agentin Kate Macer (Emily Blunt) schließt sich einer internationalen Einsatztruppe an, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, dem lokalen Drogenhandel endlich Einhalt zu gebieten. Doch schon ihr erster Einsatz in dem gefährlichen Grenzgebiet läuft völlig aus dem Ruder, als die Überführung eines Gefangenen in einem brutalen Hinterhalt endet. Mit der Hilfe des ebenso geheimnisvollen wie erbarmungslosen Söldners Alejandro (Benicio Del Toro) kommt Kate aber mit dem Leben davon. Bei der nächsten Operation trifft sie wenig später erneut auf Alejandro und seine Spezialeinheit, die jedoch, wie ihr bald klar wird, ganz eigene Ziele zu verfolgen scheinen. So dauert es nicht lang, bis die Grenzen zwischen Freund und Feind verwischen und Kate sich mehr und mehr fragt, wem sie eigentlich noch vertrauen kann."




Wie fühlt sich der Film an?
Sicario ist ein sehr beeindruckender Film. Er bietet Unterhaltung nicht im klassischen Sinne. Es ist kein Freitag/Samstag - Abend Film, wenn man danach noch weggehen will. Auf diesen Film sollte man sich einlassen, analog zu Filmen wie Private Ryan, Goodfellas, No Country for Old Men (der dem Film stilistisch sehr ähnlich ist).

Der Film löst dieses Gefühl der Spannung, des Gebanntseins, des Luftanhaltens aus- er zieht den Zuschauer in seinen Bann. Man hält sich an der Armlehne fest und wird vollständig in die Szenerie gezogen. 
Das Thema ist ernst (Drogen/Kartelle/Drogenkrieg), wird aber innerhalb eines sehr kleinen Rahmens gezeigt - was für die Spannungskurve extrem dienlich ist. 
Eine oscarwürdige, ganz eigene fantastische Kameraarbeit und ein drückender Score und gute Schauspielerleistungen komplettieren das Gesamterlebnis.

Wie schafft das der Film?
Lässt man sich auf den Film ein, begleitet man Emily Blunt's Charakter Kate, wie sie im Grenzgebiet zu Mexiko mit ihrer Einheit den Kampf gegen die Windmühlen bestreitet - sie stürmt Verstecke der Kartelle und findet dabei selten Drogen, aber fast immer die Kosten dieses Geschäfts: verweste, übel zugerichtete und in Zwischenwänden versteckte Leichen, Blut, Grausamkeit.
Es wird schnell deutlich, dass ihre Arbeit nahezu sinnlos ist; zu groß ist dieses Milieu, und die echten Bosse sitzen in Mexiko. 

Ihre Reputation führt dazu, dass das eine über die grenzen hinweg operierende Spezialeinheit des FBI, unter der Leitung von Matt Graver (Josh Brolin), sie rekrutiert, um "einen echten Schlag gegen die Kartelle" zu landen. 
Brolin spielt hier den durch seine Einsätze abgestumpften, harten Boss (fast ein Art "Max Payne"), dessen Handlungen für Kate eigentlich nie nachvollziehbar ist. Dazu kommt ein in Bestform spielender Benicio del Toro (Alejandro), dessen Motive nicht minder nebulös ist.
Kate dient hier als Katalysator für den Zuschauer, denn mehr als sie wissen wir auch nicht.

Es ist also alles vorbereitet, und ab hier beginnen die technischen Aspekte so richtig, die Immersion perfekt zu machen. 
Als erstes die Kameraarbeit: Roger Deakins (Skyfall, No Country for old Men) beschert der Filmwelt hier derartig großartige Szenerien, die sich nicht oder nur knapp hinter dem "Revenant" verstecken müssen. 
Eine enorme Ruhe in den Bildern, immer wieder abgewechselt durch beeindruckende Luftaufnahmen und nach unten gehenden Kamerafahrten - allein das hätte gereicht.

In den 3 Schlüsselstellen des Films, welche zu den spannendsten Szenen des Kinojahr 2015 zählen, läuft er zur Höchstform auf. Etwa bei einer Grenzüberquerung der Spezialeinheit, bei der in jedem anderen Auto eine Gefahr lauern kann: 
die Kamera zeigt uns das Blickfeld der Protagonisten, ohne hektisch zu werden, beklemmend, detailliert und detailreich. Oder sei es eine Stürmung eines Schmugglertunnels bei Nacht, bei der der Wechsel zwischen Nachtsicht oder auch wieder Gesamtsszenerie so butterweich gelingt, dass man nicht umhin kommt, sich staunend hineinziehen zu lassen.



Als wäre dies nicht genug, begleitet uns der Soundtrack von Johann Johannsson mit einem ansteigenden Wummern, mit starken, bedrückenden Melodien; aber dennoch mit einer inhärenten Ruhe - am ehesten sogar vergleichbar mit dem Score von "Alien"; um dann mechanischer zu werden, und wie bei Terminator 2 ein wiederholendes Thema von unaufhaltbarer Gefahr einzubringen (T-1000 Theme). 

Cineasten-Sinne werden also vollständig angesprochen und das nutzt der Film, die Geschichte weiter zu bringen. Bis zum Ende ist speziell Alejandro ein großes Fragezeichen, die Motive der handelnden Personen sind nicht so linear wie man es vermuten würde. 

Das Ende regt zum Nachdenken an und lässt den Film noch einmal durchspielen - wer steht hier für was; man hinterfragt die gesamte Situation und Handlungen. 
Da dies sehr nah in der Realität angesiedelt ist, kommt man nicht umhin, an die Methoden und Sinnhaftigkeit des Drogenkriegs zu denken und seine Schlüsse zu ziehen.
Insbesondere die letzte Szene und das Beginnen des Abspanns führt dazu, dass dieser Film im Gedächtnis bleibt. 

Hervorragend geschauspielert und technisch meisterhaft - eine klare Empfehlung, wenn man sich darauf einlässt.

Was sagt ihr zu dem Film?

Bewertung: 6/10





Wir sind in im Kinojahr 2015 gut versorgt mit Agentenfilmen. 

Den Anfang machte der fulminante „Kingsman“; der mit seinem Ansatz frischen Wind ins Genre brachte. Er nahm sich dabei nicht zu ernst – lieferte aber alles, was die Welt der Spione in meinen Augen ausmacht: Gadgets, Verschwörung, hervorragend choreografierte Kampfsequenzen, ein durchgehend hohes Tempo.
Es folgte der neueste Mission Impossible (Rogue Nation); welcher uns in hoher Qualität mit den für die Serie bekannten Elementen versorgte: High-Tech-Ausstattung und Einbruchsequenz, Locations rund um die Welt, Verfolgungsjagden, Held und Bösewicht mit einer echten Ausstrahlung einer Intelligenz und der Fähigkeit, ein paar Schritte voraus zu planen - alles edel und in bestem Tempo verpackt.
Und dann kommt Spectre. 
Im Kielwasser von Skyfall, grandiosem Marketing (eine größere Bedrohung als je zuvor kommt auf Bond und den MI6 zu), sowie gutes Casting (Christoph Waltz) und Hollywood-Schwergewichte, die an der Produktion beteiligt sind (Sam Mendes als Regisseur; der neue Star am Kameramann-Himmel Hoyte van Hoytema usw.). Die Vorzeichen standen gut!
Der Funke sprang bei diesem Film einfach nicht auf mich über. Man fragt sich während des Schauens diverse Dinge: Wo sind die geschätzten 300Mio$ Budget zu sehen? Warum wurde Christoph Waltz so verschenkt? Wo ist das Gefühl, dass es hier um etwas geht?
Ist das ein Agentenfilm?
Im Film soll durch eine neue übergeordnete Sicherheitsagentur das 00-Programm eingestellt werden, mit der Begründung „prähistorisch“.
So kommen mir auch manche Dinge an den Film vor.
Zwar startet er stark (eine längere One-Shot Sequenz in Mexico-City, perfekt untermalt mit gutem Score und tolle Kameraarbeit), fällt dann aber genauso stark ab.
Die sich danach entfaltende Suche nach dem Verantwortlichen der Organisation SPECTRE schickt Bond wie gewohnt um die Welt, wo er sein Bondgirl kennenlernt und alles dann in einem aufeinandertreffen Bond-Waltz gipfelt; bis es in London zum Showdown kommt.

1. Ist das ein Agentenfilm?

Bond zeigt gewohnt körperlichen Einsatz in Kämpfen und mit allem, was einen Motor hat. Doch darüber hinaus muss er nichts unternehmen, was man als Tätigkeit als Spion definieren würde!
Als Gadgets gibt es ein Auto und eine Uhr, weit entfernt von den früheren Hightechspielereien der Vorgänger; oder auch der o.g. anderen Agentenfilme dieses Jahr.
Bond scheint den Ereignisse immer hinter zu laufen; er trifft fragwürdig ineffiziente Entscheidungen (Stichwort Flugzeug vs. Waldweg). Nichts bleibt wirklich hängen.
Rohe Gewalt und seine Kollegen halten die Story am weiter entwicklen.


2. Wo ist die Bedrohung?

Das aus dem Trailer bekannte Meeting (mit Christoph Waltz im Schatten) führt ihn eigentlich ganz anständig ein. Aber in allen weiteren Zusammentreffen sind es eher schleppende Monologe, in einem Schlüsselmoment lässt er sich aufs einfachste austricksen; am Ende wird er auf sehr unrealistische Weise an der Fucht gehindert.
Sein wichtigster Auftragskiller (gespielt von Dave Bautista) wird mit der Holzhammer-Methode eingeführt, redet kein Wort (bis auf eines) und wirkt nie wie eine echte Bedrohung.


3. Es wirkt zu routiniert.

Bond hat sich nie durch ausfallende Mimik/Gestik bekannt gemacht, aber die Art und Weise, wie Bond nach einer halsbrecherischen Hubschrauberszene völlig distanziert und vollkommen ruhig zum Tagesgeschäft übergeht, raubt einem enorm das „Mitfiebern“-Gefühl.
Monica Belucci wird in der ersten halben Stunde als Trophäe von Bond noch mitgenommen.
Die Krone setzt dem ganzen aber die Beziehung vom Bondgirl zu Bond auf -
von „wage es nicht mich anzufassen“ bishin zu „ich liebe dich“ und einer sehr Bettszene, die scheinbar nur aufgrund „das war schon immer so“ im Film sein musste fehlte hier völlig die Emotion. Die Chemie passte einfach nicht.
Gut wäre gewesen, diesmal auf ein Techtelmechtel zu verzichten; (das es funktioniert, zeigt zB Mission Impossible), und eher die Story besser voran zu treibe


4. Technisches

Das Bild ist gewaltig, glasklar (vor allem wenn in 4K 
projeziert wird),  der Ton sauber und wuchtig – soweit, so gut.

Allerdings fehlt es dem Film an Schnitt und Pacing – er wirkt tlw. Langgezogen bis hin zu langweilig. Wenn in Dialogen die Kamera stillsteht und nur der Schauspieler zu sehen ist, muss es auch ein 1A-Schauspieler sein, sonst ertappt man sich, die Umgebung im Bild zu analysieren (ah! Schickes Bild an der Wand). 
Die Actionszenen sind geradezu Beiwerk, die Verfolgungsjagd lässt jedes Gefühl von Tempo, Gefahr und Bedrohung vermissen (vgl. wieder Rogue Nation).
Schade, schade – der Film hätte Kracher-Potential gehabt, und so leid es mir tut, würde ich fast sagen, es reicht, ihn sich auf DVD/BD anzuschauen.

Was sagt ihr zudem Film?