Bewertung: 7 / 10
Wie fühlt sich der Film an?
Für alle, die mit Star Wars etwas anfangen können, ist das Gefühl, endlich wieder "Es war einmal..", den ikonischen Markenschriftzug und John Williams Soundtrack zu hören, fast schon unwirklich. Das heimelige Gefühl setzt sich fort, die StarWars Atmosphäre wird fast perfekt wiederbelebt.
Wie im Rausch reißen uns die Bilder, das Tempo, die Anspielungen auf vergangene Teile in ihren Bann.
Mit ein paar Tagen Abstand jedoch, verblasst diese Erinnerung und es bleibt die Frage: könnte dieser Film auf eigenen Füßen stehen?
Leider nein - im Gegensatz zu den alten Teilen 4-6 bleibt hier kein popkulturell bleibender Eindruck, kein zitatwürdiger Dialog.
Es ist wie eine Achterbahnfahrt: die lange Wartezeit, die Trailer und das Internet waren bis zum Start wie das Hochziehen der Wagen - es folgt die rasante Abfahrt, Loopings, Auf und ab, Tempo - und es macht Spaß - nach dem Aussteigen/Filmende wird noch kurz darüber geredet und man schaut freudig zur nächsten Attraktion: die Ablegerfilme, die nächste Episode.
Man bekommt fantastische Bilder mit viel Nostalgie, in einem Film, der genau weiß, auf welchen Schultern er stehen muss, und dadurch zu "self-aware" daherkommt. Es wirkt auch nach, dass John Williams Soundtrack den Film nicht mehr so tragen kann, wie er das früher geschafft hat; und einige CGI-Effekte leider nicht gut genug für diese Art von Produktion ist.
Kurzum: eine ordentliche Dosis Nostalgie, mit aktuellen Produktions/Schauwert - ohne den erinnerungswürdigen Faktor eines Weltraum-EPOS.
Wie schafft das der Film?
Der immense Druck, der auf jedem gelastet hätte, der die Aufgabe bekommen hätte, einen neuen Star Wars zu drehen, ist verständlich. In Anbetracht der gehassten Prequel Trilogie, welche soviele neue, teils abstruse Dinge in das Universum gebracht hat, ist auch der Drang verständlich, auf Bekanntes zu bauen.
Dies äußert sich in diesem Film durch eine Vielzahl an Parallelen zu der Originaltrilogie; begonnen vom Protagonisten auf einem Wüstenplanet bis hin zu einem neuen, (größerem!) Todesstern/planet.
Wieder der Effekt: nach ein paar Tagen stellen sich Fragen, die das Erlebnis nachträglich schmälern.
Da das Imperium in Teil 6 vernichtet, oder zumindest entscheidend geschwächt wurde, muss eine "aus den Resten" entstandene neue Organisation für die Analogie herhalten. Woher hat diese die Ressourcen? Warum bindet sie diese an einer einzigen großen Waffe, statt effektiv aufzuteilen?
Wir folgen Rey, einer Schrottsammlerin auf Jakku, welche sich mit dem desertierten Stormtrooper Finn zusammentut, um auf der Flucht auf Han Solo zu treffen. Dieser erklärt Ihnen die Zusammenhänge der Macht,Jedi ("all of it") usw., um schließlich gemeinsam mit dem Widerstand die neue Superwaffe in einer gefährlichen Mission zu zerstören...
All diese Plotpunkte führen uns zu verschiedenen Locations, sämtlich Kopien oder Anlehnungen an bereits bekannte Welten dieses Universums.
Nimmt sich der Film zu Beginn noch Zeit, uns Rey vorzustellen, driftet er ab dem Moment des Wiedersehens mit Han Solo kurz total ab (unvermeidliche Erinnerung an Men In Black).
Ebenso der Antagonist (Kylo Ren): als Darth-Vader Jünger eingeführt; kann er zwar hervorragend schauspielern; jedoch kommt keine Nachvollziehbarkeit dazu.Darth Vader hat seine Mutter verloren, seine Freunde, hat Jedi-Jünglinge getötet, war Sklave, hat mit seinem Mentor gebrochen, wurde fast vollständig verbrannt und benötigt seinen Anzug zur Lebenserhaltung.
Kylo Ren hat nichts dergleichen mitgemacht, und es fehlt daher entweder das Mysterium; oder aber das Verständnis.
In dem Zusammenhang ist die neue Superwaffe wieder das Ziel eines Angriffs des Widerstands; allerdings wie herunter skaliert. Die große Bedrohung will einfach nicht überspringen.
Versteht es nicht falsch: der Film macht Spaß, der Humor sitzt, die Technik ist fantastisch.
Am Ende bleibt jedoch der Eindruck eines Fanfilms, der weniger als für mich gewünscht, die Geschichte fortführt.
Was sagt ihr zu dem Film?




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