Bewertung: 7 / 10
Zu lang. Tarantino hat es bisher immer geschafft, den Anfang seiner Filme zu diversifizieren; mehrere Handlungsstränge einzuführen und so die Grundlage für die weiteren Ereignisse zu schaffen.
In "Hateful 8" dauert genau diese Exposition über alle Maßen lang; als hätte der Film ein paar Pfund zu viel an dieser Stelle. Selbst die große Stärke von Tarantino; Dialoge im Mittelpunkt zu stellen und spannend zu halten; kommt hier nicht zum Tragen.
Der viel bemühte Vergleich eines "Kammerspiels" passt zwar genau (sehr begrenzte Sets und Anzahl Darsteller); für diese Art der Inszenierung ist die erste Hälfte des Films aber einfach zu langwierig. Der Regisseur hat uns schon oft bewiesen, dass er die Charaktere durch deren Dialoge mehr ausleuchten kann, als andere Filmschaffende.
Doch hier hätten ohne weiteres 30-45 Minuten gekürzt werden können; ohne das wir weniger Eindrücke von den Rollen bekommen hätten.
Wenn dann der Cast sich in der Holzhütte versammelt hat, beginnt ganz gemächlich die typische Wer-spielt-hier-ein-falsches-Spiel - Dramatik. Tarantino gab auch zu, dass seine Inspiration für den Film "Das Ding aus einer anderen Welt" und "Reservoir Dogs" waren.
Der Funke will einfach nicht so richtig überspringen.
Es ist zwar ein guter Film - das Handwerk wird sehr hochwertig rüber gebracht: Kameraarbeit, Humor, Schnitte und zum Teil auch der Soundtrack sind passend.
Die Schauspieler liefern hervorragend ab - insbesondere Samuel L. Jackson!
Der Story nimmt jedoch erst zu spät richtig Fahrt auf (das letzte Drittel ist das Sehenswerteste) - der Film plätschert am Anfang zu sehr daher; dies tut dem Film nicht gut.
Als Fazit: Tarantinofans und Komplettierungs-Fans werden und sollen den Film sehen - für ein zweites Mal schauen reicht die Faszination hier jedoch nicht aus.
Wie schafft das der Film?
Er bildet die Westernszenerie gut ab - auch wenn der Großteil des Films in kleinen Setpieces stattfindet; ist der Western-Winter gut eingefangen - wenn auch meilenweit von einem "Revenant" entfernt.
Die Schauspieler holen hier die Kohlen aus dem Feuer - insbesondere Tim Roth und Sam Jackson ist es eine Freude, zuzusehen.
Lasst euch auf diesen Film ein - und Ihr erhaltet einen teils ausufernden, aber dialogstarken Film mit Längen; der zum Ende hin jedoch versucht zu entschädigen.
Was sagt ihr zu dem Film?


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