The Hateful Eight | The Weinstein Company | FSK 16 - Gastrezension durch Agent47

by 04:08:00 0 Kommentare


Bewertung: 7 / 10

"Irgendwo im verschneiten Wyoming, einige Jahre nach dem  Bürgerkrieg: Eine Postkutsche kämpft sich auf dem Weg zum Städtchen Red Rock durch die Landschaft. An Bord sind der Kopfgeldjäger John Ruth (Kurt Russell), seine Gefangene Daisy Domergue (Jennifer Jason Leigh) und zwei erst auf dem Weg zugestiegene Passagiere: der Ex-Soldat und nun ebenfalls als Kopfgeldjäger tätige Marquis Warren (Samuel L. Jackson) sowie Chris Mannix (Walton Goggins), der angibt, der neue Sheriff von Red Rock zu sein. Aufgrund eines heftigen Schneesturms sind sie jedoch dazu gezwungen, in einer Hütte Zuflucht zu suchen. Dort verstecken sich bereits der Mexikaner Bob (Demian Bichir), der undurchsichtige Oswaldo Mobray (Tim Roth), der Cowboy Joe Gage (Michael Madsen) und der in die Jahre gekommene Südstaaten-General Sanford Smithers (Bruce Dern) vor dem Wetter. Schnell nehmen die Spannungen in der Gruppe von misstrauischen Raubeinen zu, nachdem man sich anfangs noch bestens unterhalten hat. Und bald wird klar, dass längst nicht jeder von ihnen die Hütte lebend verlassen wird."



Wie fühlt sich der Film an?
Zu lang. Tarantino hat es bisher immer geschafft, den Anfang seiner Filme zu diversifizieren; mehrere Handlungsstränge einzuführen und so die Grundlage für die weiteren Ereignisse zu schaffen.
In "Hateful 8" dauert genau diese Exposition über alle Maßen lang; als hätte der Film ein paar Pfund zu viel an dieser Stelle. Selbst die große Stärke von Tarantino; Dialoge im Mittelpunkt zu stellen und spannend zu halten; kommt hier nicht zum Tragen.


Der viel bemühte Vergleich eines "Kammerspiels" passt zwar genau (sehr begrenzte Sets und Anzahl Darsteller); für diese Art der Inszenierung ist die erste Hälfte des Films aber einfach zu langwierig. Der Regisseur hat uns schon oft bewiesen, dass er die Charaktere durch deren Dialoge mehr ausleuchten kann, als andere Filmschaffende.
Doch hier hätten ohne weiteres 30-45 Minuten gekürzt werden können; ohne das wir weniger Eindrücke von den Rollen bekommen hätten.

Wenn dann der Cast sich in der Holzhütte versammelt hat, beginnt ganz gemächlich die typische Wer-spielt-hier-ein-falsches-Spiel - Dramatik. Tarantino gab auch zu, dass seine Inspiration für den Film "Das Ding aus einer anderen Welt" und "Reservoir Dogs" waren. 

Der Funke will einfach nicht so richtig überspringen. 
Es ist zwar ein guter Film - das Handwerk wird sehr hochwertig rüber gebracht: Kameraarbeit, Humor, Schnitte und zum Teil auch der Soundtrack sind passend. 
Die Schauspieler liefern hervorragend ab - insbesondere Samuel L. Jackson! 

Der Story nimmt jedoch erst zu spät richtig Fahrt auf (das letzte Drittel ist das Sehenswerteste) - der Film plätschert am Anfang zu sehr daher; dies tut dem Film nicht gut.

Als Fazit: Tarantinofans und Komplettierungs-Fans werden und sollen den Film sehen - für ein zweites Mal schauen reicht die Faszination hier jedoch nicht aus. 


Wie schafft das der Film?

Er bildet die Westernszenerie gut ab - auch wenn der Großteil des Films in kleinen Setpieces stattfindet; ist der Western-Winter gut eingefangen - wenn auch meilenweit von einem "Revenant" entfernt.

Die Schauspieler holen hier die Kohlen aus dem Feuer - insbesondere Tim Roth und Sam Jackson ist es eine Freude, zuzusehen.

Lasst euch auf diesen Film ein - und Ihr erhaltet einen teils ausufernden, aber dialogstarken Film mit Längen; der zum Ende hin jedoch versucht zu entschädigen.



Was sagt ihr zu dem Film?

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Filmbegeistert seit 1984. Von Trailern, über Trivia, zu Making ofs und dem eigentlichen Film - ich lebe für gute Filme und geniesse sie! Und auch Guilty Pleasures dürfen (und müssen) sein..

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